Dysplasiesprechstunde

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Anmeldung & Terminvergabe

Telefon 05561 71082
Telefax 05561 71084
E-Mail dysplasiesprechstunde-einbeck(at)amedes-group.com 

Die Dysplasiesprechstunde hilft dabei, unnötige Operationen nach auffälligen Abstrichen zu vermeiden.

Bei auffälligem oder unklarem zytologischem Befund  stellt die Differentialkolposkopie ein Untersuchungsverfahren dar, mit dem zunächst eine Aussage zur  Lokalisation  der  Intraepithelialen Neoplasie (Ektozervix/ Endozervix, Vagina) und auch zur Ausdehnung  der Epithelläsion  getroffen werden kann. Eine kolposkopisch gesteuerte Biopsie zur gezielten histologischen Klärung bei auffälliger Kolpomorphologie komplettiert den Befund.

Die kolposkopische Triage ist insbesondere für Frauen mit nicht abgeschlossener Familienplanung wichtig, um operative Übertherapien und damit Probleme mit der Frühgeburtlichkeit nachfolgender Schwangerschaften zu vermeiden.

Eine lupenoptische Beurteilung des Vulvärepithels und der Analhaut sind fester Bestandteil der Untersuchung.

Eine Frau, die sich den Bauch hält, spricht mit einem Arzt in einer Arztpraxis. Der Arzt, der einen weißen Kittel und eine Brille trägt, hält ein Klemmbrett und scheint zuzuhören und Ratschläge zu erteilen. Im Hintergrund sind medizinische Untersuchungsgeräte zu sehen.
©rh2010/stock.adobe.com

Die Dysplasien am Gebärmutterhals, in der Scheide und am äußeren Genitale, also die Vorstufenveränderungen, werden in drei Grade unterteilt: leicht, mittel und schwer. Leichte und mittlere Vorstufen gelten als abklärungs- und kontrollbedürftig. Sie sind nicht operationspflichtig, denn es besteht die Möglichkeit von ca. 50%, dass sie sich von selbst zurückbilden. Sie entwickeln sich langsam über Jahre, so dass keine Gefahr besteht, dass sie sich in den Kontrollintervallen nach bösartig weiterentwickeln. 
Nur die schweren Dysplasien müssen beseitigt werden, denn sie sind unmittelbare Krebsvorstufen und die Chance auf spontane Rückbildung ist gering. 

Meistens ist ein Virus, das Humane Papilloma Virus (kurz: HPV), die Ursache. Über 90 % aller sexuell aktiven Frauen und Männer machen im Laufe ihres Lebens eine HPV-Infektion durch, die bei den meisten jedoch folgenlos ausheilt.

In diesen Fällen werden die Vorstufenveränderungen chirurgisch im Rahmen einer ambulanten Operation bei uns in der Praxis entfernt.  Dies geschieht gezielt und schonend durch die Anwendung von Laser und Hochfrequenzschlinge unter mikroskopischer Sicht. Dies wird vorzugsweise mit einer kurzen Narkose durchgeführt, aber der Eingriff ist auch mit örtlicher Betäubung möglich.

Die Dysplasien am Gebärmutterhals, der Scheide werden durch ein Virus versursacht, das Humane Papilloma Virus (HPV). Es gibt verschiedene Typen, die häufigsten sind Typ 16 und 18. Am äußeren Genitale können die Krebsvorstufen auch unabhängig von HPV entstehen. 
HPV ist sehr weit verbreitet. Es wird von Mann zu Frau und umgekehrt übertragen. Man geht davon aus, dass weltweit fast alle Frauen (und somit auch fast alle Männer) irgendwann im Leben mit HPV in Berührung kommen – vermutlich sogar mehrfach. In ca. 90 % der Fälle wird das Virus innerhalb von ein paar Monaten vom Immunsystem beseitigt, wie andere Viren auch. Aber in 10 % der Fälle wird die Besiedelung chronisch, weil die Viren es schaffen, sich unter der Haut oder Schleimhaut vor dem Immunsystem zu verstecken. Mehr noch, sie dringen in die Wirtszellen ein und fügen sich in die Chromosomen ein und werden somit für das Immunsystem unsichtbar. 
Man weiß, dass das Immunsystem bei HPV eine Rolle spielt. Patientinnen mit geschwächtem Immunsystem wie durch bestimmte Medikamente oder schweren Grundkrankheiten haben schlechtere Chancen, die HPV-Besiedelung zu beseitigen. Aber die meisten Patientinnen in der Dysplasiesprechstunde sind junge, gesunde Frauen ohne erkennbare Störung des Immunsystems. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu sind also noch lückenhaft.

Heutzutage können Mädchen und Jungen gegen HPV geimpft werden. Dies wird meistens bereits durch die Kinderärzte gemacht. Die Impfung ist gut verträglich und wirkt zuverlässig gegen die meisten HPV-Typen – aber nicht gegen alle, weshalb die Früherkennung dennoch wichtig ist. 
Die Impfung wirkt am besten, wenn sie bereits durchgeführt wurde, bevor die Gelegenheit war, mit HPV in Berührung zu kommen. Sie ist auch nur dafür zugelassen. Der Nutzen der Impfung zu einem späteren Zeitpunkt, wie z. B. nach einer Operation am Gebärmutterhals, ist wissenschaftlich nicht sicher geklärt und wird widersprüchlich beurteilt. Auch ohne Impfung ist nach der operativen Entfernung der Krebsvorstufen deren Wiederkehr nur ca. 2 – 5 %.  Es gibt Literatur, die zeigt, dass dieses Risiko vielleicht auf die Hälfte verringert werden kann. Auf das Krebsrisiko hat die postoperative Impfung aber vermutlich keinen Einfluss.

PODCAST Gyn ganz einfach – Was ist eigentlich eine Dysplasie?

 

In der Folge „Was ist eigentlich eine Dysplasie?“ des amedes-Podcasts „Gyn ganz einfach“ beantwortet unser Kollege Thomas Berg viele Fragen zur Dysplasie.

Hören Sie gern mal rein!

Ihre Ansprechpartner

Dr. rer. nat. Elke Burkhardt

Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe; Gynäkologische Exfoliativ-Zytologie, Dysplasiesprechstunde

Eine Frau mit schulterlangen dunklen Haaren lächelt, sie trägt einen schwarzen Blazer über einem weißen Hemd, einen Schal mit Sternenmuster und dunkle Jeans, die vor einem einfarbigen grauen Hintergrund stehen.

Dr. med. Franziska Rinnau

Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe; Gynäkologische Exfoliativ-Zytologie; Dysplasiesprechstunde

Eine Frau mit kurzen braunen Haaren und einem weißen Hemd mit Kragen lächelt vor einem schlichten grauen Hintergrund in die Kamera.

Dr. med. Monika Theune

Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe; Zytologie; Dysplasiesprechstunde

Lebenslauf

Eine Frau in einem weißen Laborkittel steht vor einem schlichten grauen Hintergrund, lächelt selbstbewusst und hat eine Hand in der Tasche.